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  • Aktuell: Schwere Vorwürfe gegen Ebay-Callcenterbetreiber

    Können Mitarbeiter eines von Ebay beauftragten Callcenters uneingeschränkt auf die privaten Mitteilungen zwischen Ebay-Kunden zugreifen? Kann man sich am Telefon gegenüber dem Verkäuferservice als jemand anderes ausgeben, da die Verifizierung nur anhand von leicht ermittelbaren Daten erfolgt? Wurde ein Betriebsratsmitglied herausgemobbt und wird die gewerkschaftliche Betätigung behindert bzw. der Betriebsrat durch Manager unterwandert?

    Diese und weitere Vorwürfe werden in einem Beitrag mit dem Titel “Die sehr uneBayqueme Wahrheit” im Sellerforum erhoben. Der Autor behauptet, bis vor wenigen Tagen bei dem Callcenterbetreiber gearbeitet zu haben. Ebenfalls publiziert wurde eine (angebliche) E-Mail der Rechtsabteilung des Callcenters, in der ehemalige Mitarbeiter über Rechtsfolgen der nun erfolgten Veröffentlichung informiert wird (kurz zusammengefasst: das wird teuer).


    Inwiefern diese Aussagen zutreffend sind, kann ich natürlich nicht sagen. Sollte an den Vorwürfen etwas dran sein, wird eBay Stellung beziehen müssen. Das dürfte noch interessant werden.


    Links:

    Update 28.01.2013:

  • Luxemburg: Pornos, Steuerhinterziehung und Megakrise

    Wenn Luxemburg in der europäischen Presse erwähnt wird, dann erfolgt dies selten in einem schmeichelhaften Zusammenhang. Kleine Presseschau der letzten zwei Tage:

    Kein Wunder, dass manch potenzieller Geschäftspartner da schon fast panisch reagiert:

    “Sie sind in Luxemburg? Das habe ich ja gar nicht gesehen!”
    “Dadurch entsteht Ihnen aber kein Nachteil und Sie erhalten die Waage ja auf Rechnung…”
    “Oh Gott oh Gott, stornieren Sie den Auftrag mal ganz schnell.”

    Ein solches Telefonat ist zum Glück eine seltene Ausnahme. Unternehmen mit operativem Geschäft in Luxemburg arbeiten nicht weniger seriös als in anderen EU-Ländern. Eher ist das Gegenteil der Fall: In Luxemburg benötigt jeder Händler eine Niederlassungserlaubnis1 (auch Handelsermächtigung genannt), die erst nach “Prüfung der beruflichen Befähigung sowie der beruflichen Ehrenhaftigkeit”2 vom Mittelstandsministerium ausgestellt wird.

    Wer spektakuläre Fälle von Vorkassebetrug sucht, wird daher schneller in Deutschland3 fündig. In Luxemburg ist mir nur ein einziger Fall bekannt, in dem die Kunden eines Online-Shops ihr Geld verloren haben: die Insolvenz des 1973 gegründeten Elektronikhändlers Topvision4 vor 4 Jahren. Recherchen zu diesem Thema führten ansonsten nur zu Luxemburger Opfern, die in anderen Ländern einkaufen wollten und dabei etwas zu vertrauensvoll waren – so, wie dies in einem kleinen Land wie Luxemburg noch üblich ist.


    1Siehe guichet.lu (französisch)
    2 IHK Trier: Unternehmensgründung in Luxemburg (PDF)
    3 Ein Beispiel von vielen: Online-Betrüger muss sieben Jahre hinter Gitter
    4 Siehe Handelsregister Luxembourg B10943

  • Der nächste Friedensnobelpreis geht an die Nuklearindustrie

    Ohne die Europäische Union wäre es vorbei mit dem Frieden in Europa. Radikale Nationalisten würden an die Macht gelangen, bis zum Ausbruch eines verheerenden Kriegs zwischen den üblichen Verdächtigen Deutschland und Frankreich wäre es nur eine Frage der Zeit.

    Konsequenterweise erhält die EU heute den Friedensnobelpreis. Doch was wäre, wenn die EU die schwerste Krise ihrer Geschichte nicht übersteht?

    Die schon zu Friedenszeiten fragliche Sicherheit der Atomkraftwerke in den ehemaligen Mitgliedsländern wäre im Kriegsfall kaum zu gewährleisten, die radioaktive Verseuchung Europas und der gesamten nördlichen Hemisphäre wäre die Folge. Daran ändert auch der deutsche Atomausstieg nichts: die Franzosen haben vorausschauend eine Reihe ihrer Reaktoren in direkter Grenznähe gebaut.

    Angesichts dieser gesicherten gemeinsamen Vernichtung wird sich der traditionell blutrünstige Wähler auch ohne die EU weiter für den Frieden in Europa entscheiden müssen. Der Friedensnobelpreis 2013 gebührt daher der Nuklearindustrie.