Der nächste Friedensnobelpreis geht an die Nuklearindustrie

Ohne die Europäische Union wäre es vorbei mit dem Frieden in Europa. Radikale Nationalisten würden an die Macht gelangen, bis zum Ausbruch eines verheerenden Kriegs zwischen den üblichen Verdächtigen Deutschland und Frankreich wäre es nur eine Frage der Zeit.

Konsequenterweise erhält die EU heute den Friedensnobelpreis. Doch was wäre, wenn die EU die schwerste Krise ihrer Geschichte nicht übersteht?

Die schon zu Friedenszeiten fragliche Sicherheit der Atomkraftwerke in den ehemaligen Mitgliedsländern wäre im Kriegsfall kaum zu gewährleisten, die radioaktive Verseuchung Europas und der gesamten nördlichen Hemisphäre wäre die Folge. Daran ändert auch der deutsche Atomausstieg nichts: die Franzosen haben vorausschauend eine Reihe ihrer Reaktoren in direkter Grenznähe gebaut.

Angesichts dieser gesicherten gemeinsamen Vernichtung wird sich der traditionell blutrünstige Wähler auch ohne die EU weiter für den Frieden in Europa entscheiden müssen. Der Friedensnobelpreis 2013 gebührt daher der Nuklearindustrie.

Schlechte Ideen zu weit gedacht (II): “Citizen Cop”-App

Die Luxemburger Polizei geht mit der Zeit: Am Montag wurde eine Polizei-App für das iPhone vorgestellt, eine Version für Android soll folgen (werde ich dann gerne testen). Besonders interessant finde ich nicht nur die Funktion, mit der sich Nutzer via GPS vor der “nächstliegenden Polizeieinheit” warnen lassen können, sondern auch die “Citizen Cop”-Anwendung, “durch welche der Benutzer die Möglichkeit hat die Polizei, mittels Text und Bild, über unsischere und gefährliche Situationen und Orte zu informieren”.

Diese Petzfunktion ist ein guter Anfang, aber noch ausbaufähig. Andere Länder zeigen, was möglich wäre: In Taipei (Taiwan) kann man angeblich davon Leben, Müllsünder im Straßenverkehr der zuständigen Behörde zu melden. Wird aufgrund der Beweisfotos eine Strafe erhoben, erhält der “Citizen Cop” davon 25%. Diese Regelung gibt es schon einige Jahre und mittlerweile sehen die Straßen in Paris oder Berlin versiffter aus als in Taipei.

Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos: Eine aus dem Autofenster geworfene McDrive-Tüte? Dank App sofort gemeldet! Der Nachbarhund scheißt wieder auf den Bürgersteig? Einfach kurz fotografieren und das NFC-Tag des Hundes auslesen (wird sicher mit dem iPhone 6 oder 7 möglich sein). Über Raser und Falschparker würde man sich mit der passenden “Traffic-Cop”-Anwendung nicht mehr aufregen, sondern freuen. Anders als bei bereits existierenden “Geld verdienen mit dem Smartphone”-Apps wie Appjobber und Streetwalkrspotr gäbe es dank des rücksichtslosen Verhaltens der Mitbürger und immer neuer Gesetze auch keinen Mangel an Verdienstmöglichkeiten.

Eine schöne neue Welt, die so in der EU nicht zur Realität werden wird. Anders als in Taiwan gibt es in Luxemburg nämlich zahlreiche finanziell bestens abgesicherte Rentner und Arbeitslose, welche die Überwachungsaufgaben auch kostenlos übernehmen könnten. Franzosen lassen sich bekannterweise ungerne filmen. In Deutschland wäre der “Citizen Cop” ohnehin völlig undenkbar, wegen Hitler, des Datenschutzes (die Hundefotos könnten ja auf einem Server in den USA landen) und natürlich vor allem wegen der Sozialversicherungspflicht (scheinselbständiger Polizist, das wird teuer).

Zur Abwechslung ein paar gute Nachrichten

Eine nicht enden wollende Krise, das sehr wohl zu Ende gehende Nordseeölverblendete Islamisten und US-Amerikaner: gute Nachrichten sind zur Zeit selten. Es gibt dennoch ein paar Sachen, über die ich mich in den letzten Tagen gefreut habe:

1. Eine Gratispaprika.

2. Das Gratisbuch einer Piraten-Politikerin (illegaler Download hier).

3. Die Kundenmeinungen auf Amazon zu einem anderen Buch.

Das geht in die richtige Richtung. Zudem ist Gemüse gesund.