Krisenfeste Weihnachtsgeschenke

Wer bisher einfach Geld oder Gutscheine verschenkt hat, steht dieses Jahr vor einem Problem: Was passiert, wenn die Euro-Zone ausgerechnet über die Feiertage auseinanderbricht? Gegen die Gefahr einer rapiden Entwertung hilft das Verschenken von Sachwerten. Hier einige krisenfeste Vorschläge (teilweise mit schamlosen Affiliate-Links):

Einbrecher haben Hochkonjunktur? Mit dieser Taschenlampe im authentischen Baseballschläger-Design wird jede Begegnung mit Eindringlingen zum unterhaltsamen Abenteuer. In späteren Phasen der Krise evtl. auch hilfreich bei der Beschaffung von Lebensmitteln.

Die Heizkosten wachsen Ihnen über den Kopf? Mit warmer Unterwäsche aus Merino-Wolle fühlen Sie sich auch bei Raumtemperaturen unter 22°C wohl. Dazu noch dicke Socken und Emus und schon kann Ihnen Peak Oil nichts mehr anhaben. Für Ihre Gäste sollten Sie ggf. Handwärmer bereithalten.

In Ihrer Wohnung fängt es nun aus unerklärlichen Gründen überall an zu schimmeln? Leistungsfähige elektrische Luftentfeuchter kosten zum Glück mittlerweile nicht mehr viel Geld.

Sie möchten sich über die Feiertage vorsorglich eine warmhaltende Fettschicht anfuttern oder – ganz im Gegenteil – der ersten Überlebensregel aus Zombieland folgen und topfit werden? In beiden Fällen hilft eine präzise Personenwaage bei der Überwachung Ihres Fortschritts.

Die Vorschläge gehen Ihnen nicht weit genug? Auf amerikanischen Websites wird die Krisenvorbereitung ernst genommen. Hier finden Sie z.B. knapp 300 kostenlose e-books vom All Hazard Preparedness Workbook bis You Will Survive Doomsday (als Torrent hier). Fehlt nur noch ein e-book-Reader und schon sind Sie theoretisch auf alles vorbereitet (bis der Akku leer ist, aber dafür gibt es ja Solar-Ladegeräte).

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Manchmal ist “Luxemburg Privat” einfach nur peinlich

Ich geb’s ja zu: Ich gucke täglich auf luxprivat.lu vorbei, denn hin und wieder werden dort wichtige Themen angesprochen, die man sonst nirgendwo in den Luxemburger Medien findet (bzw. erst viel später).

Manchmal ist Luxemburg Privat aber einfach nur peinlich: Heute wollte man sich über wort.lu lustig machen und hat sich dabei selber blamiert.

Das ist ungefähr so, als würde man einen gestrandeten Wal aus kürzester Entfernung harpunieren wollen und sich dabei in den Fuß schießen. Dabei finden sich auf wort.lu fast jeden Tag tolle Steilvorlagen, z.B. Wortschöpfungen mit französischem Einfluss wie “banalisiertes Polizeifahrzeug” (“ziviles Polizeifahrzeug”, wurde inzwischen korrigiert) oder die “persönliche PIN Nummer“, ein herrlicher Fall von redundant RAS syndrome (redundant Redundant Acronym Syndrome syndrome).

Was aber macht man bei Privat? Man sieht auf diesem überschärften Foto aus einer Überwachungskamera Schnee und bezweifelt daher, dass der Tankbetrug wie auf wort.lu berichtet tatsächlich im August stattgefunden hat:

Stellt sich nur die Frage, ob es wirklich “Ende August” in Saarlouis schneite, was ja augenscheinlich ist, wenn man sich die bereits etwas abgenutzte weisse Pracht am Boden ansieht. […] Der Klimawandel geht doch schneller als gedacht…

Dumm nur, dass auch in der Pressemitteilung der Luxemburger Polizei das Datum 27.08.2011 genannt wird und dass die Saarbrücker Zeitung bereits am 29.08.2011 über den Vorfall berichtet hat. Beides hätte man in wenigen Minuten Recherche im Internet herausfinden können, als Journalist hätte man aber sicher auch unter der angegebenen Telefonnummer bei der Polizei in Saarlouis nachfragen können. Die Luftaufnahme auf Google Maps zeigt zudem deutlich einen hellen Boden im Bereich der Tankstelle. Gereicht hätte aber auch das ursprüngliche Foto und ein wenig gesunder Menschenverstand: Wenn es sich um Schnee handeln würde, warum sollte der ausgerechnet nur im Bereich der Tanksäulen liegen?

Ich wage daher folgende Behauptung: Das Datum auf wort.lu stimmt, was man auf dem Foto sieht sind helle Bodenplatten (vermutlich aus Beton), die unter dem Dach der Tankstelle noch trocken (und damit heller) sind, aber durch die Reifen der tankenden Fahrzeuge teilweise nass (und damit dunkler) geworden sind (wir erinnern uns: das Wetter im August war nicht so toll).

Darüber, wie man bei Privat auf Schnee gekommen ist, erspare ich mir jede Spekulation (will ja nicht verklagt werden).


Update 08.12.2011: Noch ein peinliches Beispiel? Rund 15 Stunden nach Welt Online und 14 Stunden nach dem Tageblatt hat man nun auch bei Privat gemerkt, dass Luxemburg im Vergleich mit den anderen Ländern der Euro-Zone gar nicht mehr gut dasteht, wenn man zu den Staatsschulden auch die verdeckten Schulden hinzurechnet. Unter dem kurzen Artikel (mit einer von der NZZ übernommenen Infografik) behauptet Privat trotzdem: “Diese Meldung erschien in Luxemburg zuerst auf dieser Webseite”.

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