Did KLM’s 2015 April Fools’ prank go too far?

When it comes to April Fools’ hoaxes, no other airline can compete with KLM. Remember the video of a beagle running through Schiphol to find the owners of items left behind (2014)? Or “Meet & Seat“, a social seating service that supposedly allowed passengers to choose their seatmates based on their social media profiles (2012)?

This year, the world’s oldest still operating airline pranked thousands of customers by sending them an email saying that their upcoming flight had been cancelled. No reason was given in these messages.

You might think that the passengers then called KLM only to be told “April fools! We got you good, didn’t we?” and everybody would have had a laugh. In the days before social media and viral content, this might have been sufficient. But in order to surpass the success of last year’s lost & found beagle video (which is approaching 20.000.000 views) and to guarantee that enough buzz would be created, KLM took things to the next level. Step 1: To make sure passengers had to resort to social media to get in touch, nobody in the call center picked up the phone. Step 2: Contacting KLM through Facebook was only possible by making a public post to the page.

This meant that the passengers’ hilarious stories could be enjoyed and shared by everyone. Here’s one of my favorites:
KLM April Fools Prank 1

Forcing passengers to make public posts had another brilliant effect: Since people were posting under their own name and often mentioned their booking codes, this meant anybody could use these credentials to change a few things through KLM’s “My Trip” service. Travelling to Martinique on your honeymoon? Let’s put your spouse in seat 11A and you in 57F. Flying to Buenos Aires? You’ll certainly appreciate a fine Indian vegetarian meal. Do you require a stroller? No? You have one now. Crowdpranking at its finest.

KLM Prank 2

Once again, KLM has demonstrated an unparalleled mastery of social media. I can’t even imagine what they’ll come up with next year. Support exclusively through Tinder, but only if you’re DTF? I’m certainly looking forward to it.

Illegale Facebook-Party: 80 Polizisten verletzt

40.000 Gäste aus ganz Europa kamen nach Mannheim, um eine Facebook-Party zu feiern. Dann gab es Randale, die Veranstaltung endete im Chaos. 80 Polizisten wurden verletzt, einer von ihnen schwer.

Man stelle sich vor, das wäre wirklich geschehen. Deutschlandweit hätten heute im Morgengrauen Hausdurchsuchungen bei den 100 aktivsten Facebook-Nutzern stattgefunden (die Namen dürften dem BKA bekannt sein). Auf einer eilig einberufenen Innenministerkonferenz wäre Facebook verboten worden, wenn nicht gleich das ganze Internet. Den Fernseher könnte man nicht mehr einschalten, ohne Sondersendungen (“Brennpunkt Facebook”) mit vorgeblich zutiefst betroffenen, aber in Wahrheit hocherfreuten “ich-habs-doch-immer-gesagt”-Experten ertragen zu müssen.

Unrealistisch? Wohl war. Bei 40.000 tatsächlich angereisten Gästen wäre die Unterstützung durch Bundeswehr und NATO angefordert worden, um die “nicht überzogene” Zahl von ca. 373 332 Sicherheitskräften (9⅓ pro Besucher) zu erreichen. Selbst gewalterfahrene Jugendliche aus Frankreich hätten spätestens beim Anblick eines von 1300 Helikoptern verdunkelten Himmels die Flucht ergriffen.

Schlechte Ideen zu weit gedacht (I): Social Inkasso

Das Geschrei war laut und wirkungsvoll: Das Hasso-Plattner-Institut möchte nicht weiter für die Schufa an der Informationsgewinnung aus sozialen Netzwerken forschen. Tipps für ein Schufa-optimiertes Facebook-Profil sind damit (vorerst) überflüssig, doch warum sollte man eigentlich beim Scoring aufhören?

Soziale Netzwerke wie Facebook würden sich bestens für etwas eignen, was ich “Social Inkasso” taufen möchte: Ein kleiner zusätzlicher Passus im Vertrag, und schon darf der Gläubiger bei Verzug den aktuellen Schuldenstand veröffentlichen (natürlich inkl. Mahngebühren und Verzugszinsen, sieht dramatischer aus). Besonders gut würde sich hierfür die Facebook-Timeline eignen, schließlich kann sich ein “allumfassendes Biografie-Portal” (Zeit Online) ja nicht nur auf die Aktivseite (Mittelverwendung) seiner Mitglieder beschränken. Zudem ließe sich die Zunahme der Schulden im Zeitverlauf dort bestens verfolgen.

Den Schuldnern stünde es natürlich frei, mit den üblichen blöden Ausreden zu antworten: “Ups, habe erst gestern meiner Frau gesagt, dass wird das bezahlen müssen” (Beziehungsstatus: Single). Den meisten dürfte es allerdings so peinlich sein, dass sie ihre Schulden schleunigst begleichen würden. Bei echten Zahlungsschwierigkeiten könnte das soziale Netzwerk gleich mittels Crowdfunding helfen, womit sich auch schnell die Frage beantworten ließe, auf wie viele der “Freunde” man sich wirklich verlassen kann. Die Antwort dürfte enttäuschend ausfallen, aber auch dies wäre wieder eine Chance: zielgerichteter könnte ein soziales Netzwerk Werbung für Sofortkredite kaum einblenden!

Natürlich würde dieses genial schlechte Idee in Deutschland genau so schnell gerichtlich untersagt werden wie der Schwarze Mann 1.0. Eine Zeit lang ließe sich so aber wieder Schwung in die sozialen Netzwerke bringen: Wer bei “dein Freund hat 134 neue Fotos in seinem Album ‘Babyfotos Juli 2012’ veröffentlich” nur noch mit den Augen rollt, würde sich bei einer Mitteilung wie “dein Freund steckt in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten” sicher mal wieder einloggen.