Post Luxembourg: Nachnahme nur noch national

Ohne öffentliche Ankündigung1 hat die luxemburgische Post Ende 2013 die Dienstleistung “Nachnahme international” aus ihrer Preisliste entfernt. Nachnahmesendungen (“contre-remboursement”) sind seitdem nur noch innerhalb Luxemburgs möglich. Auch Sendungen aus dem Ausland können nicht mehr per Nachnahme zugestellt werden.

Zum Vergleich hier die Preisliste Nr. 15 vom 01/09/2010, in der die Punkte “Remboursements: Départ service international” und “Arrivée service international” noch aufgeführt waren:
Liste de prix des services postaux no 15

Wer im Ausland per Nachnahme bestellen will, sollte daher darauf achten, dass die Sendung nicht von der Post ausgeliefert wird (sondern z.B. von UPS).  Sonst geht sie nämlich zurück an den Absender, wie ein deutscher Händler im Sellerforum berichtete (das Thema ist nur für Mitglieder zugänglich).


1 Ich habe zumindest nur zufällig im o. g. Forum davon erfahren.

Amazon: Neuausrichtung auf Konserven

Nach einer ersten Stellungnahme zur Verbannung bestimmter Kunden hat sich Amazon nun gegenüber Analysten zur weiteren Geschäftsstrategie geäußert. Demnach will sich der weltweit größte Online-Händler in Deutschland wieder verstärkt auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Gerüchte, Amazon wolle nur noch Bücher selbst verkaufen und ansonsten Drittanbietern das Feld überlassen, entsprächen allerdings nicht der Wahrheit. Vielmehr sehe man im Lebensmittelbereich große Wachstumschancen und möchte besonders das Angebot an Konserven stark ausbauen. Die Kunden sollen weiterhin mit einer freiwilligen 30tägigen Rückgabegarantie überzeugt werden. Innerhalb dieser Zeit könnten die Konservendosen zuhause in Ruhe von außen betrachtet werden.

Von der Neuausrichtung erhofft sich Amazon deutliche Kostensenkungen. Missbräuchliche Retouren möchte man in Zukunft automatisch anhand des Gewichts identifizieren. Auch beim Verpackungsmaterial soll gespart werden: dieses sei überflüssig, die robusten Dosen ließen sich problemlos einzeln ohne Umverpackung versenden. Die Kunden wären mittlerweile daran gewöhnt, eine Bestellung in zahlreichen Einzelpaketen zu erhalten.

Das Widerrufsrecht gehört abgeschafft

Angenommen, Sie möchten online ein Smartphone kaufen. Wie würden Sie vorgehen?

  1. Sie bestellen ca. 6 Geräte, testen diese und schicken 5 davon zurück.
  2. Sie informieren sich ausführlich vor dem Kauf, bestellen dann ein Smartphone und schicken dieses nur in seltenen Ausnahmefällen zurück.

Falls Sie in die erste Kundengruppe fallen: Glückwunsch, Sie sind der Alptraum jedes Versandhändlers. Rechtlich müssen Sie sich zwar nichts vorwerfen lassen, wenn Sie beim Kauf teurer elektronischer Geräte wie beim Kleidungskauf vorgehen. Wirtschaftlich ist dies aber eine Katastrophe, da die ausgepackten und ausprobierten Geräte nicht ohne weiteres als Neuware verkauft werden können.

Bisher haben besonders die großen Versandhändler dieses Verhalten geradezu gefördert: die Rücksendung wurde so einfach wie möglich gemacht, ein Wertersatz wurde nicht verlangt. Die Überlegung dahinter: wer einfach zurücksenden kann, bestellt auch eher etwas. Die Rechnung geht allerdings nicht mehr auf, wenn Neuware in kürzester Zeit und in großer Zahl in Gebrauchtware verwandelt wird. Man stelle sich vor, ein (stationärer) Verbrauchermarkt würde potenzielle Kunden einladen, das Lager zu verwüsten und dabei noch die Kosten für die Anfahrt und das Parkhaus übernehmen. Absurd, aber so ähnlich stellt sich die Situation im Versandhandel dar.

Dies führt nun zu Konsequenzen: Einem Bericht auf Caschys Blog zufolge greift Amazon.de seit kurzem hart durch und sperrt einzelnen Kunden wegen zu häufiger Rücksendungen das ganze Konto. Für die Betroffenen ist dies besonders ärgerlich, wenn z.B. auch der Kindle an diesem Konto hängt. Eine vorherige Warnung soll es nicht gegeben haben, rechtlich war dies aber vermutlich nicht anders möglich: Eine “gelbe Karte” hätte man als unzulässige Einschränkung des Widerrufsrechts ansehen können (siehe z.B. hier).

Meine Meinung: Dieses komplizierte, volkswirtschaftlich unsinnige und umweltschädliche Widerrufsrecht sollte vollständig abgeschafft werden. An seine Stelle könnte eine standardisierte Darstellung der Rücknahmebedingungen treten. Folgende Punkte müsste der Kunde unmittelbar erkennen können:

  • Erlaubt der Shop generell Rücksendungen wegen Nichtgefallens?
  • Innerhalb welcher Frist?
  • Sind die Rücksendungen nach Anzahl oder Wert eingeschränkt?
  • Wird ggf. Wertersatz geltend gemacht?
  • Werden die Rücksendekosten erstattet?

Das ließe sich sogar als einfache Ampelkennzeichnung lösen. Kunden könnten somit einen zu ihrem Einkaufsverhalten passenden Händler wählen. Auswahlbesteller könnten dort zuschlagen, wo Rücksendungen unbeschränkt und kostenfrei möglich sind*. Wer sich dagegen vor dem Kauf informiert hat, könnte woanders zu günstigeren Preisen einkaufen und zudem sicher sein, einen unbenutzten Artikel zu erhalten.


* Der stationäre Einzelhandel wäre auch eine Alternative. Nicht jeder muss alles online kaufen.