Category: Deutsch

  • Udon (japanische Nudeln) bei Amazon.de

    Amazon.de macht nun auch Asia-Läden Konkurrenz, z.B. mit in Japan hergestellten Udon-Nudeln:

    Verkauf und Versand erfolgen dabei durch Amazon.de selbst und nicht durch Drittanbieter, die Nudeln werden also schnell geliefert und sind mit einer Kochzeit von 2 Minuten noch schneller zubereitet (da vorgekocht verpackt). Weitere Infos zu Japans dicksten Nudeln gibt’s auf Wikipediazahleichen Websites oder in entsprechenden Büchern (wobei es auf Deutsch noch nicht sonderlich viele gibt).

    Apropos Bücher: Vor nicht allzu langer Zeit waren das alles, was man bei Amazon bestellen konnte (meine älteren Leser erinnern sich vielleicht noch). Was wird die Zukunft bringen? Wer braucht noch andere Händler, wenn Amazon sämtliche Bedürfnisse erfüllt? Wer hat noch einen Job, wenn die meisten Versandmitarbeiter durch Roboter ersetzt wurden und die Lieferung am gleichen Tag auch dem stationären Einzelhandel weitgehend den Garaus gemacht hat?

    Bleibt zu hoffen, dass sich unsere Gesellschaft auch weiterentwickelt und der Wohlstand durch die Produktivitätszuwächse halbwegs gerecht verteilt wird. Im besten Fall könnten sich die vielen neuen Arbeitslosen dann frei zum Wohle der Allgemeinheit (oder zu ihrem eigenen Vergnügen) betätigen. Im schlimmsten Fall werden sie in irgendwelchen staatlichen oder staatsnahen Organisation beschäftigt werden und die Freiheit ihrer Mitmenschen einschränken (wie es – wenn man ehrlich ist – ja heute schon der Fall ist). Vielleicht kommt auch alles ganz anders*, dann ist es gut zu wissen, dass die Nudeln mehr als ein Jahr haltbar sind.

    Itadakimasu!

    Udon Nudeln

    * Affiliate link.

  • Schlechte Ideen zu weit gedacht (I): Social Inkasso

    Das Geschrei war laut und wirkungsvoll: Das Hasso-Plattner-Institut möchte nicht weiter für die Schufa an der Informationsgewinnung aus sozialen Netzwerken forschen. Tipps für ein Schufa-optimiertes Facebook-Profil sind damit (vorerst) überflüssig, doch warum sollte man eigentlich beim Scoring aufhören?

    Soziale Netzwerke wie Facebook würden sich bestens für etwas eignen, was ich “Social Inkasso” taufen möchte: Ein kleiner zusätzlicher Passus im Vertrag, und schon darf der Gläubiger bei Verzug den aktuellen Schuldenstand veröffentlichen (natürlich inkl. Mahngebühren und Verzugszinsen, sieht dramatischer aus). Besonders gut würde sich hierfür die Facebook-Timeline eignen, schließlich kann sich ein “allumfassendes Biografie-Portal” (Zeit Online) ja nicht nur auf die Aktivseite (Mittelverwendung) seiner Mitglieder beschränken. Zudem ließe sich die Zunahme der Schulden im Zeitverlauf dort bestens verfolgen.

    Den Schuldnern stünde es natürlich frei, mit den üblichen blöden Ausreden zu antworten: “Ups, habe erst gestern meiner Frau gesagt, dass wird das bezahlen müssen” (Beziehungsstatus: Single). Den meisten dürfte es allerdings so peinlich sein, dass sie ihre Schulden schleunigst begleichen würden. Bei echten Zahlungsschwierigkeiten könnte das soziale Netzwerk gleich mittels Crowdfunding helfen, womit sich auch schnell die Frage beantworten ließe, auf wie viele der “Freunde” man sich wirklich verlassen kann. Die Antwort dürfte enttäuschend ausfallen, aber auch dies wäre wieder eine Chance: zielgerichteter könnte ein soziales Netzwerk Werbung für Sofortkredite kaum einblenden!

    Natürlich würde dieses genial schlechte Idee in Deutschland genau so schnell gerichtlich untersagt werden wie der Schwarze Mann 1.0. Eine Zeit lang ließe sich so aber wieder Schwung in die sozialen Netzwerke bringen: Wer bei “dein Freund hat 134 neue Fotos in seinem Album ‘Babyfotos Juli 2012’ veröffentlich” nur noch mit den Augen rollt, würde sich bei einer Mitteilung wie “dein Freund steckt in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten” sicher mal wieder einloggen.

  • Target2 – in Luxemburg kein Thema?

    Mit 115,228 Mrd.€ haben die Target2-Forderungen Luxemburgs im März 2012 einen neuen Höchststand erreicht. Pro Einwohner ist dies ein EU-weiter Spitzenwert von knapp 230.000€.

    Pro Kopf sind die Luxemburger allerdings auch alkoholabhängige Kettenraucher mit einem unglaublichen CO2-Ausstoß, daher sollte man diese Zahl nicht überbewerten. Es erstaunt aber schon, dass das in Deutschland (mit pro Kopf ca. 7600€ Target2-Forderungen) kontrovers diskutierte Thema in den luxemburgischen Medien überhaupt nicht erwähnt wird. Egal ob Wort, Tageblatt, RTL oder Privat, eine Suche nach “Target2” führt zu keinem  Ergebnis. Selbst im Wirtschaftsmagazin paperjam findet man nur alte Pressemitteilungen.

    Wer sich informieren möchte, muss dies im Ausland tun: So bietet z.B. der “Euro Crisis Monitor” der Universität Osnabrück aktuelle Zahlen, eine aufschlussreiche Grafik und weiterführende Links. Auch das immer lesenswerte querschuesse.de-Blog hat dem Target2 Saldo Luxemburgs heute einen Beitrag gewidmet. Zum Vergleich die aktuelle Top-Meldung auf wort.lu: “Australischer Milliardär will ‘Titanic’ nachbauen lassen”.