Bitcoins kaufen: Bitcoin.de Top, Bitcoin-24.com Flop

Wer Bitcoins kaufen möchte, sieht sich vor allem mit einem Problem konfrontiert: die virtuelle Währung lässt sich nicht ohne weiteres erwerben. Weltweit existieren zahlreiche Handelsplätze, von denen ich hier drei mehr oder weniger ausführlich vorstelle.

MtGox

Ein Konto auf dem weltweit beliebtesten Bitcoin-Handelsplatz MtGox ist schnell eröffnet, vor dem ersten Kauf ist aber eine Verifizierung erforderlich. Hierzu kann man z.B. eine Kopie seines Ausweises und einer aktuellen Strom-, Gas- oder Wasserrechnung verwenden. Bis diese Dokumente überprüft wurden, vergeht momentan mehr als eine Woche. Erst danach kann man Geld an MtGox überweisen und einen Kaufauftrag aufgeben.

Bitcoin-24

Sehr viel einfacher ging es bei Bitcoin-24: Geld konnte sogar per Sofortüberweisung und Giropay transferiert werden, ein Kauf war so binnen Minuten möglich. Das schicke Front-End machte einen guten Eindruck, der Code für den eigentlichen Handel war aber anscheinend nicht transaktionssicher und Trades wurden nicht korrekt abgerechnet. Der Zugang zum Handelsplatz ist aktuell nicht mehr möglich, Kunden kommen weder an ihre Guthaben in EUR noch an ihre Bitcoins. Informationen in dieser verworrenen Angelegenheit werden auf kuttler.eu gesammelt.

Festzuhalten bleibt: Tausende Menschen aus aller Welt haben teils fünfstellige Beträge in EUR und Bitcoins auf das polnische und deutsche Konto einer englischen Ltd. überwiesen, die weder eine Zulassung von der Financial Services Authority (FSA) noch von der BaFin besitzt und anscheinend von einem 24-jährigen (?) deutschen DJ/Webdesigner (?) betrieben wird.

Update 18.04.2013 zu Bitcoin-24: Artikel auf sueddeutsche.de und auf heise.de. Im Forum auf btc24-help.com treffen sich Geschädigte.

bitcoin.de

Der von der Bitcoin Deutschland GmbH betriebene Handelsplatz bitcoin.de funktioniert anders: Zur Verifizierung überweist bitcoin.de einen Cent auf das Konto des Käufers, als Verwendungszweck ist ein Code angegeben, den man in seinem Benutzerkonto eingeben muss. Danach kann man prinzipiell loslegen, nicht alle Verkäufer werden aber einen Neuling mit dem niedrigsten Trust-Level (“Bronze”) als Handelspartner akzeptieren. Wenn man zum Zug kommt, muss man schleunigst den Kaufbetrag abzgl. Gebühren direkt an den Verkäufer überweisen und die Zahlung in seinem Benutzerkonto als ausgeführt markieren. Sobald der Verkäufer den Zahlungseingang bestätigt hat, werden die Bitcoins (abzgl. Gebühr) an die Adresse der Käufers transferiert. Das Geld des Käufers wird somit niemals von bitcoin.de gehalten, die Bitcoins des Verkäufers dagegen schon. Auch wenn man zum aktuellen Kurs nicht kaufen möchte, kann es nicht schaden, bereits jetzt ein Konto anzulegen. So spart man sich später mindestens einen Bankarbeitstag, der für die Verifizierung per Überweisung benötigt wird.


Warnung: Eine Investition in Bitcoins ist hochspekulativ, die Risiken eines Totalverlusts sind vielfältig.

Hinweis: Informieren Sie sich grundsätzlich vor einem Kauf direkt auf dem jeweiligen Handelsplatz über die aktuell gültigen Modalitäten.

Hinweis: Alle Links zu bitcoin.de sind Affiliate-Links.

Schockierende Fakten aus Luxemburg

“Den deutschen Medien käme eine Bankenkrise in Luxemburg gerade recht”, sagte ich letzte Woche in einem Gespräch, “dann könnten viele Artikel über Zypern einfach recycled werden. Man müsste nur ‘Inselstaat Zypern’ durch ‘Kleinstaat Luxemburg’ ersetzen”.

Äußerst naiv von mir. Die Medien brauchen gar keine neue Krise, die Artikel werden trotzdem geschrieben:

Ich bin mir sicher, viele der Autoren und besonders viele der kommentierenden Leser waren in ihrem Leben noch nie in Luxemburg (und wenn, dann höchstens zum Tanken, der Tanksektor ist übrigens auch völlig überdimensioniert). Daher hier ein paar interessante Fakten:

Man könnte sich nun einige interessante Fragen stellen, z.B.:

  • Warum können deutsche Banken mit hauptsächlich deutschen Angestellten das Geld deutscher Anleger in Luxemburg besser verwalten als in Deutschland?
  • Warum sollte der Luxemburger Staat, selbst wenn er dies könnte, diese Institute in der nächsten Krise mit luxemburgischem Geld retten?

Man kann aber auch einfach festhalten: Wenn die Luxemburger Finanzinstitute auf breiter Front rettungsbedürftig werden, dann ist der Zusammenbruch des Finanzsystems in Europa ohnehin nicht mehr aufzuhalten.

Frohe Ostern!

Zum Jahr der Schlange: Was das chinesische Neujahr mit Weihnachten zu tun hat

In wenigen Stunden beginnt in Asien das Jahr der Schlange, was vor allem eines bedeutet: im Kreis der Familie viel essen. Die Gemeinsamkeiten mit Weihnachten fangen damit erst an:

  • Die dominierende Farbe ist rot.
  • Überall gibt‘s Süßigkeiten und (kitschige) Dekorationen.
  • Alle möglichen Unternehmen nutzen das Fest für Werbezwecke.
  • Spezielle Feiertagsmusik erhöht den Stress beim Einkaufen.
  • Einsame Menschen treffen sich in bestimmten Bars oder jammern in Online-Foren.
  • Geöffnete Restaurants erfordern eine Reservierung lange im Voraus oder gehören Personen aus einem anderen Kulturkreis.
  • Geschenke werden verteilt (Socken etc. / Umschläge mit Geld).
  • Sachen werden angezündet (Kerzen / Papiergeld).
  • Bäume werden misshandelt (Weihnachtsbaum / Kumquat-Baum).

Bei den vielen Ähnlichkeiten stellt sich die Frage, ob diese genetisch bedingt sind sich auf Aliens zurückführen lassen welches Fest das bessere ist. Natürlich das, mit dem man sich persönlich stärker verbunden fühlt. Oder, wenn wir ehrlich sind, eindeutig das chinesische Neujahrsfest, denn:

  1. Auf das Feuerwerk muss man nicht noch eine Woche warten.
  2. Geld schenken ist effizienter.
  3. Dank der 12 Tierkreiszeichen sehen die Dekorationen nicht jedes Jahr vollkommen identisch aus.

Frohes Schlangenjahr!

Aktuell: Schwere Vorwürfe gegen Ebay-Callcenterbetreiber

Können Mitarbeiter eines von Ebay beauftragten Callcenters uneingeschränkt auf die privaten Mitteilungen zwischen Ebay-Kunden zugreifen? Kann man sich am Telefon gegenüber dem Verkäuferservice als jemand anderes ausgeben, da die Verifizierung nur anhand von leicht ermittelbaren Daten erfolgt? Wurde ein Betriebsratsmitglied herausgemobbt und wird die gewerkschaftliche Betätigung behindert bzw. der Betriebsrat durch Manager unterwandert?

Diese und weitere Vorwürfe werden in einem Beitrag mit dem Titel “Die sehr uneBayqueme Wahrheit” im Sellerforum erhoben. Der Autor behauptet, bis vor wenigen Tagen bei dem Callcenterbetreiber gearbeitet zu haben. Ebenfalls publiziert wurde eine (angebliche) E-Mail der Rechtsabteilung des Callcenters, in der ehemalige Mitarbeiter über Rechtsfolgen der nun erfolgten Veröffentlichung informiert wird (kurz zusammengefasst: das wird teuer).


Inwiefern diese Aussagen zutreffend sind, kann ich natürlich nicht sagen. Sollte an den Vorwürfen etwas dran sein, wird eBay Stellung beziehen müssen. Das dürfte noch interessant werden.


Links:

Update 28.01.2013:

The bear is doomed, too.

Unless you’ve been hiding in a bunker for last decades and have only now joined the internet (as the world didn’t end today), you must have heard the bear “joke”, which, in one of its variations, goes like this:

Two fellows are walking along in the woods when they spot a grizzly bear coming over the horizon. Terrified, the two fellows break into a cold sweat and start to run as quickly as they can, with the bear in hot pursuit. The bear, being a faster runner, keeps gaining on them.

After running for awhile, one of the two fellows suddenly stops dead in his tracks and begins to change out of his loafers and into the running shoes he has been carrying with him in his backpack.

His companion can’t believe how stupid a move such a shoe change is. The companion yells, “You must be crazy. Even with running shoes you can’t possibly outrun a bear!”

The fellow who has stopped to change shoes replies, “I don’t need to outrun the grizzly. I just need to outrun you.” Source

<insert polite laughter here>

Consultants and economists love to use this analogy for all sorts of situations. You might have recently heard it with a lion (representing inflation) instead of a bear. The message is always the same: “Outrun the other guy, and you’ll be fine (while he gets eaten)”.

Unfortunately, the bear analogy is problematic on every level:

  • Practical level: You stop to put on your running shoes? Yeah, you’re dead.
  • Moral level: Don’t worry about leaving someone behind to save yourself. That’s how economic benefits are maximized. You survived because you won in a fair competition.
  • Model level: “It’s a bear! OMG! Good thing I know what to do (take my knife and stab my buddy in the leg, then run away faster than him)”. Except that the bear might not even be interested in you (or the backpack that you refuse to drop). To stay with the theme of the day, I suggest that he’s running away. From a giant avalanche. Which won’t stop just because you run a bit faster than some other poor soul.